ebs Gründerforum eine gelungene Veranstaltung für alle Gründungswillige
Am vergangenen Freitag, den 2.10.09, fand an der European Business School (ebs) ein aus meiner Sicht gelungenes Gründerforum mit solch interessanten Referenten wie Arndt Kwiatkowski (dem Mitgründer von Immobilienscout24), Rainer Schaller (dem Gründer von McFit) und Cornelius Boersch (Gründer von Mountain Partners) statt. Alle Referenten gaben einen offenen und nicht minder faszinierenden Einblick in ihre jeweilige Gründerstory. Hierbei wurde zumindest aus meiner Sicht deutlich, dass es so etwas wie “das” Erfolgsrezept nicht gibt und Erfolg nur schwer vorhersagbar ist. So standen auch fast alle erfolgreichen Unternehmensgründungen mindestens einmal kurz vor dem Aus.
Interessant war auch die Aussage von Herrn Boersch, wonach knapp 90% der Investments in der VC Branche nicht erfolgreich seien. Unisono wurde auf die herausragende Bedeutung von Business Angels für den Erfolg von Start-Ups hingewiesen.
An verschiedenen Stellen kam auch die Frage auf, warum es nur so wenige Unternehmensgründer an der ebs gibt. Für mich ergeben sich hierbei verschiedene mögliche Gründe:
Aufgrund der überdurchschnittlichen Einstiegsgehälter von ebs Absolventen fällt es schwerer, sich der Verlockung des fixen Gehalts zu entziehen und stattdessen das unternehmerische Risiko zu suchen. Ebenso werden Studenten von Business Schools dank oft aufwendigen Recruiting Veranstaltungen von Beratungen und Banken auf diese Branchen bereits in frühen Semestern geprägt.
Hiergegen (zumindest als einziger Grund) spricht, dass andere private “Eliteunis” wie die Handelshochschule Leipzig (HHL) oder die WHU bereits eine Vielzahl erfolgreicher Gründer hervorgebracht haben, trotz mindestens genauso hoher Einstiegsgehälter und intensiver Recruitingveranstaltungen.
Generell kann auch der risiko-averse Einfluss des Elternhauses und der Umgebung (“studier´ doch erstmal und geh anschließend zur Beratung, da lernst du verschiedene Unternehmen kennen und kannst dich dann noch immer entscheiden, ob du dich selbständig machst”) einen vom Gründen abhalten.
Aus welchen Gründen auch immer sich so wenige ebsler bisher als Unternehmensgründer betätigen, es lässt sich meines Erachtens generell für deutsche Unis festhalten, dass meistens die besten Absolventen zu Unternehmensberatungen, Investmentbanken und vielleicht einer gewissen Auswahl an bekannten “Blue Chips” aus der Industrie gehen, während in den USA die TOP Absolventen eher eigene Unternehmen gründen (übrigens eine These, die auch während des Gründerforums erwähnt wurde).
Auch Wiesbaden und der Rheingau ist zu meinem Bedauern weniger als innovative Startup-Region wie Berlin oder München, sondern vielmehr für den guten Wein bekannt. Auch hier muss sich in den nächsten Jahren einiges ändern, weswegen ich auch solch eine Veranstaltung wie das ebspreneurship Gründerforum so willkommen heiße.
Das ebs Gründerforum war insgesamt eine sehr gelungene und informative Veranstaltung für alle Gründungswillige und ebs Studenten. Da machte es auch nicht viel aus, dass leider einer der angebotenen Workshops (just für den ich mich interessierte) nicht stattfand. Die lebendigen Vorträge von u.a. Schaller, Boersch und Kolja Hebenstreit machten dies mehr als wieder wett. Hoffentlich lassen sich hiervon auch die ebs Studenten und der Rheingau anstecken.